Stunde der Gartenvögel 2021: Haussperling und Amsel liegen vorn!

Trotz Regen wurde bei der „Stunde der Gartenvögel“ fleißig gezählt
 

In vielen Regionen Deutschlands ist der Vatertag ins Wasser gefallen. Doch Naturfreund*innen haben sich vom Regen und niedrigen Temperaturen nicht abschrecken lassen und eifrig bei der deutschlandweiten Aktion mitgemacht.
 
Bundesweit wurden dem NABU aus über 95.500 Gärten und Parks über 3,1 Millionen Vögel gemeldet; mindestens 141.600 Menschen haben teilgenommen.

In Hessen haben über 11.600 Beobachter aus knapp 7901 Gärten und Parks fast 250.500 Vögel gemeldet. Im Kreis Darmstadt-Dieburg wurden immerhin in 433 Gärten insgesamt 12717 Vögel gezählt. Bei uns im Landkreis beobachteten 626 Vogelfreunde die Vogelwelt (Stand 6.6.21).

Die Ergebnisse

Haussperling, Kohlmeise und Amsel führen bei uns die Top 10 – Liste an

Folgende Vogelarten wurden im Altkreis Darmstadt-Dieburg am häufigsten gezählt (in absteigender Rangliste): Haussperling, Star, Kohlmeise, Amsel, Elster, Blaumeise, Feldsperling, Ringeltaube, Mehlschwalbe und Rotkehlchen.
„Das derzeitige sehr wechselhafte und kühle Wetter macht vielen unserer Vögel wenig aus“, so der NABU Kreisvorsitzende Lothar Jacob. „Einige Arten profitieren sogar. So kommt die Amsel bei feuchtem Wetter viel besser an Regenwürmer und kann ihren Energiebedarf decken und genügend Futter für die Jungvögel herbeibringen.“ Der schwarze Vogel belegt nach dem Haussperling wie bisher in jedem Jahr seit dem Beginn der Aktion 2005 Platz zwei der am häufigsten gemeldeten Gartenvögel, bei uns im Kreis kam die Amsel auf Platz vier.
 

Mit Spannung erwartet wurden die Zählergebnisse der Blaumeise. Bei der kleinen Meise mit dem blauen Köpfchen hatte im Frühjahr 2020 ein bakterieller Erreger namens Suttonella ornithocola erstmals zu einem Massensterben in vielen Teilen Deutschlands geführt. Dort, wo es grassierte, hatten die Sichtungen bei der Vorjahreszählung deutlich abgenommen, wie eine Analyse nach Postleitzahlen zeigen konnte. So wurden 2020 in Hessen im Vergleich zum Vorjahr 32 % weniger Blaumeisen gemeldet. Eine Welle verstorbener Blaumeisen war zwar auch in diesem Frühjahr wieder festzustellen, sie war jedoch deutlich kleiner.  
„Die Blaumeise hat sich vom Einbruch im vergangenen Jahr gut erholt“, so Jacob. „Auch, wenn sie ihren normalen Durchschnittswert wohl nicht ganz erreichen wird. Offenbar konnten erfolgreiche Bruten die Verluste weitgehend ausgleichen.“ Bei uns belegte die Blaumeise den sechsten Rang.

Insgesamt konnten pro Garten mit 33,1 Individuen (29,4 Individuen im Kreis Da-Di) wieder deutlich mehr Vögel als im Vorjahr entdeckt werden.

 

Während die Gesamtzahl der Vögel im Siedlungsraum im Gegensatz zu den Beständen in der Agrarlandschaft damit weiterhin weitgehend konstant bleibt, gibt es doch für viele Vogelarten besorgniserregende Entwicklungen: So verharren die Sorgenkinder Mauersegler, Mehlschwalbe, Grünfink und Zaunkönig auf Höhe der schlechten Ergebnisse aus den Vorjahren, wobei eine Trendwende bei ihnen weiter nicht in Sicht ist.

 

Auch die Entwicklung beim Hausrotschwanz ist besorgniserregend. Vermutlich leidet er als Gebäudebrüter am Verlust von möglichen Brutnischen und als Insektenfresser an fehlender Nahrung, die Ergebnisse im Kreis Darmstadt-Dieburg waren zum Glück positiver und ergaben eine leicht gestiegene Anzahl beobachteter Hausrotschwänze.

Ein besonderer Gewinner der aktuellen Zählung – auch ist offensichtlich der Stieglitz. Die gemeldeten Zahlen dieses farbenfrohen Finkenvogels machten einen Sprung nach oben. Die Besonderheit dieser Art ist, dass er als einer von ganz wenigen Singvögeln seine Jungen nicht mit Insekten, sondern vegetarisch ernährt.
 

Eine Übersicht über alle gesammelten Daten zeigen die Auswertungskarten auf der NABU homepage vom Bundesverband. Dort können die Daten mit wenigen Klicks nach Vogelart, Bundesland oder Landkreis abgerufen und mit den Daten aus den vergangenen Jahren verglichen werden.