Das Storchenjahr 2017 hat begonnen. Seit ein paar Wochen sieht man immer mehr Rückkehrer, die sich nach geeigneten Nistplätzen umschauen und die alten Horste begutachten und ausbessern.
Da viele Tiere nicht mehr bis nach Afrika ziehen (sie bleiben in Spanien, was die Gefahren auf ihrem Zugweg reduziert), ist es nichts Ungewöhnliches, wenn man auch im Winter bei uns Störche sieht. So konnten im Winter am Reinheimer Teich und in der Umgebung 2 Störche gesichtet werden, die nicht in den Süden gezogen waren. Auf keinen Fall sollten die Tiere gefüttert werden. In der Regel, finden die Störche in einem milden Winter genügend Nahrung.

2017: Störche in Semd /Hehnes
 
Ungewöhnliches ist vom Storchennest im Hehnes zu berichten. Obwohl eigentlich immer das Männchen zuerst eintrifft, wurde in Semd das Weibchen beobachtet, als es bereits Anfang Februar (4.2.17) vor dem männlichen Storch eintraf und begann, das Nest zu reparieren. Das Männchen hilft seit dem 20 Februar mit, das Nest für die Saison vorzubereiten (Bild oben).

Wie man Mitte März sehen kann, ist die Familienplanung in vollem Gange.

Am 6. Mai konnte man zumindest 2 Köpfchen der neu geschlüpften Storchenjungen beobachten. Ob das der gesamte Nachwuchs ist, oder ob noch ein weiteres Junges im Nest liegt, lässt sich nicht sagen.
Und am 17. Mai zeigte sich auch das dritte Küken (Bild rechts).

 

 

 

Am 2. Juni sind die jungen Störche schon kräftig und üben auch schon mit den Flügeln zu schlagen.
 

2017: Störche am Landwehrgraben/Scheelhecke (Groß-Zimmern)

Da im vergangenen Herbst der Baum, auf dem das Nest war, umgestürzt war, müssen sich die Störche nun ein neues Nest bauen. Die Gemeinde hat vorsorglich dafür 2 Pappeln eingekürzt, um den Störchen ein Angebot zum Nestbau zu machen. Mal sehen, wie sich Meister Adebar nun entscheidet.

 

Noch etwas unentschlossen: Sind dies die neuen Mieter?

Ab März beginnt das Paar mit dem Nestbau.



 

Inzwischen (Mitte Mai) ist auch hier der Nachwuchs so groß, dass man zumindest 2 Jungstörche über den Nestrand schauen sieht.

Anfang Juni (2.6.17) kann man am Landwehrgraben auch das dritte Junge sehen.

Juli: Die Jungstörche am Landwehrgraben wachsen und gedeihen (Foto: Badior)

Und können schon gut fliegen (Foto: Badior)

 

 

2017: Störche am Reinheimer Teich

März: Auch am Reinheimer Teich hat das Storchenjahr begonnen: Sowohl auf dem Dach der alten Teichscheune als auch auf dem Hochsitz und in der Weidengruppe haben sich mehrere Brutpaare niedergelassen und mit dem Nestbau begonnen.

 
Es ist Mai und das Brutgeschäft ist in vollem Gange, in der Weidengruppe sind sehr viele Nester, wahrscheinlich insgesamt 13. Hier kann man nun schon von einer Storchenkolonie reden. Dazu kommt ein Nest auf dem Dach der alten Teichscheune und ein Nistplatz auf dem alten Hochsitz. Durch die hohe Anzahl und der nicht einschaubaren Nester wird eine genaue "Brutkontrolle" wohl sehr schwierig werden. Die Störche sind permanent mit der Futterbeschaffung und dem Ausbessern des Nestes beschäftigt. Rechts ein Storch am 6. Mai mit einer Grassode zum Abdichten des Nestes.

Im Juni ist klar, dass es in mindestens 11 der 15 Nestern Nachwuchs gibt.

Am 5. Juni ist sichtbar, dass es auf der alten Teichscheune 3 Jungstörche gibt, die von den Elterntieren gefüttert und umsorgt werden. Auch hier beginnen die Jungen damit, die Flugmuskulatur zu trainieren.
Jetzt haben die Elterntiere alle "Schnäbel voll zu tun". Es muss genügend Futter herbeigeschafft werden. Daher sieht man viele Störche auf frisch gemähten Wiesen bei der Futtersuche.

 

   
 
Im Juli wurden die drei Jungstörche beringt.
 
Juli: Auch auf dem Dach der alten Teichscheune sind die Eltern damit beschäftigt, den Nachwuchs zu hegen und zu pflegen; vor allem natürlich, genügend Futter herbei zu schaffen (Foto: Badior).
Die jungen Störche sind bereits kräftig dabei, ihre Flugmuskeln zu trainieren.
   

 


Auch mitten in der Reiherkolonie werden die Jungstörche andauernd gefüttert.

 

 

Der etwas weiter entfernet Horst auf dem alten Hochsitz ermöglicht nicht so einfach einen Einblick. Zumindest 2 junge Störche sind hier aber zu erkennen.
Auch diese werden Ende Juni ständig gefüttert.
Im Juli wurden 2 Jungstörche im Nest auf dem Hochsitz beringt, ein drittes, leider totes Küken, konnte noch festgestellt werden.

 

2017: Störche in Münster
In Münster wurden am 03.02.2017 die beiden Störchen auf dem Horst "Auf dem Sand" gesichtet. Es handelt sich dabei um das gleiche Storchenpaar wie 2015 und 2016. Ab Mitte März fanden sich auch 2 Störche auf dem Horst an der Kläranlage ein. Anfang März haben die "Klärwerksstörche" mit der Eiablage begonnen und mit dem Brüten begonnen. Zumindest der beringte Partner dort ist der gleiche Storch wie im letzten Jahr.

Anfang Mai wurde beobachtet, wie die Störchin ein lebloses Küken im Schnabel hält, das später tot auf dem Nestrand lag. Aber 2 Jungstörche sind noch im Nest und anscheinend wohl auf.
Auf dem Horst "Auf dem Sand" ist seit dem 29.04.2017 ebenfalls Nachwuchs zu sehen (Bild rechts), allerdings ist die Anzahl noch nicht festgestellt worden. Auf den Pappeln entlang der Gersprenz haben sich dieses Jahr 6 Storchenpaare angesiedelt.

 

 

Weitere Storchennester im Altkreis Dieburg:

Auch in Harpertshausen, Nieder-Klingen (Anfang Mai: 3 Jungstörche geschlüpft!), Eppertshausen (Ende April: 3 Jungstörche sind gesichtet worden) und Habitzheim sieht es gut aus.

 


Rückblick 2016: Wieder ein Rekordjahr für Hessens Störche

Weißstorch-Freunde zählen 493 Brutpaare mit 1078 Jungstörchen

Bernd Petri und Klaus Hillerich, Sprecher der NABU-Landesarbeitsgruppe Weißstorch, konnten für Hessen eine erfreuliche Jahresbilanz ziehen: „Mit 493 Weißstorchpaaren haben wir in 2016 einen neuen Rekord erzielt. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Anzahl der Brutpaare um 17 Prozent angestiegen“, so Hillerich. Die hessischen Weißstörche zogen in diesem Jahr insgesamt 1078 Jungtiere groß. Klaus Hillerich, der die Weißstorcherfassung in Hessen koordiniert, freut sich besonders über den großen Zuwachs in der Wetterau: „Hier konnten wir mit 70 Brutpaaren 22 mehr als im Vorjahr bei der Jungenaufzucht beobachten“. Erfreuliche Nachrichten gibt es auch aus Nordhessen: Im Landkreis Kassel zählten die Weißstorchfreunde erstmals vier Brutpaare. Das Mekka der hessischen Störche ist aber nach wie vor der Landkreis Groß-Gerau, wo in diesem Jahr 419 Jungvögel von 206 Brutpaaren aufzogen wurden.
 
Der NABU-Ornithologe Petri gibt zu bedenken, dass die Bestände des Weißstorchs in Hessen noch lange nicht stabil seien. „Ohne die Kerngebiete im Hessischen Ried bei Biebesheim, in den Altneckarschlingen bei Groß-Gerau, bei Wiesbaden-Schierstein, in der Wetterau und im Main-Kinzig-Kreis gäbe es im sonstigen Hessen noch keine stabilen Weißstorch-Vorkommen. Alles hängt nach wie vor von den Ausbreitungszentren in Südhessen ab“, so Petri. Der Gesamtbestand befinde sich immer noch in einer Phase, in der die Weißstörche frühere Brutgebiete Mittel-, Ost- und Nordhessens wieder besiedelten. Dieses sensible Ausbreitungsstadium müsse unbedingt gestärkt werden. „Der Weißstorch ist in Hessen trotz kontinuierlicher Bestandszunahme und stetigem Zuwachs von Brutpaaren nach wie vor als ‚gefährdet‘ einzustufen“, erklärt Petri.
Die Storchenzahlen werden jährlich von vielen hessischen Storchenfreunden der „Arbeitsgruppe Weißstorchberingung in Hessen“ unter Leitung von Klaus Hillerich zusammen getragen. „Ohne die ehrenamtliche Mitarbeit vieler Storchfreunde wäre es gar nicht möglich, die Bestände des weißen Schreitvogels so genau zu beobachten und zu kontrollieren“, erläutert Hillerich. Für die Zukunft des Weißstorchs in Hessen ist vor allem der Erhalt von Feuchtgrünland von entscheidender Bedeutung. „Störche brauchen möglichst viele nasse Wiesen in Nestnähe, um genug Futter für ihre Jungen finden zu können“, erläutert Petri. Der Lebensraumverlust steige in Hessen immer noch rasant an. Vor allem der Umbruch von Grünland zu Maisäckern für die Energieerzeugung von Biogas sei eine große Gefahr für die weitere Entwicklung der Bestände. Mit dem Verlust von Feuchtgrünland verschwinde nicht nur der Lebensraum des Weißstorches, sondern auch der vieler anderer Tier- und Pflanzenarten.
Der Storchenschutz ist ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt auf unseren Wiesen!.

 

Weißstorchzahlen (Brutpaare) 2016 nach Landkreisen.

Bergstraße: 28 (27), Groß-Gerau: 206 (184), Darmstadt-Dieburg: 31 (19), Wiesbaden: 31 (28), Offenbach: 2 (1), Main-Taunus 6 (6), Main-Kinzig: 47 (41), Fulda: 7 (6), Wetterau: 70 (48), Gießen: 19 (18), Lahn-Dill: 2 (2), Marburg-Biedenkopf: 16 (11), Waldeck-Frankenberg: 1 (1), Hersfeld-Rotenburg: 10 (9), Vogelsberg: 2 (2), Schwalm-Eder: 10 (8), Kassel: 4 (2), alle anderen Landkreise ohne Weißstorchbruten. Die Zahlen in Klammern beziehen sich auf das Jahr 2015.